1. Anwendung von ungesättigtem Polyester
In glasfaserverstärkten, ungesättigten Polyestergusskunststoffen (wie z. B. verschiedenen Hoch- und Niederspannungsschaltern) wird Aluminiumhydroxid als Füllstoff verwendet, um die Kunststoffe flammhemmend, rauchabweisend und lichtbogenfest zu machen. Aluminiumhydroxid wird auch für glasfaserverstärkte Kunststofflaminate wie z. B. glasfaserverstärkte Kunststofffliesen, -rohre, -tanks usw. eingesetzt und weist eine gute flammhemmende Wirkung auf.
2. Anwendung von Epoxidharz
Im Epoxidharz besitzt Aluminiumhydroxid eine besondere flammhemmende Wirkung. Bei einer Dosierung von 40–60 % ist der Sauerstoffindex doppelt so hoch wie bei ungefülltem Epoxidharz. Gleichzeitig werden Lichtbogen- und Kriechstromfestigkeit verbessert. Mit Aluminiumhydroxid gefülltes Epoxidharz hat daher vielversprechende Zukunftsaussichten in der Herstellung von Transformatoren, Isoliergeräten, Schaltgeräten usw.
3. Die Anwendung von vernetztem Polyethylen, Ethylen-Propylen-Klebstoffkabel
Diese Polymere werden aufgrund ihrer hohen Flammschutzwirkung und ihrer ausgezeichneten elektrischen Isolationseigenschaften häufig eingesetzt.
4. Anwendung von Latex und Klebstoffen
Latex- und Carboxylat-Latexklebstoffe für Teppichbeschichtungen waren die ersten Absatzmärkte für Aluminiumhydroxid und sind nach wie vor die Hauptabnehmer. Es wird auch in Vorbeschichtungen, Klebstoffen und Schäumen als Ersatz für Calciumcarbonat und Ton verwendet, die nur geringe Flammschutzwirkung aufweisen. Üblicherweise werden 100 Teile Latex und 20–150 Teile Aluminiumhydroxid mit einer Partikelgröße von 3–20 µm zugesetzt, während dem Bindemittel 75–250 Teile beigemischt werden. Es wird erwartet, dass die Latexfällung auch zukünftig der größte Abnehmer von Aluminiumhydroxid sein wird.
5. Anwendung von Polyvinylchlorid
Aluminiumhydroxid ist im Bereich der thermoplastischen Kunststoffe, insbesondere in Polyvinylchlorid (PVC), am besten erforscht. Anstelle von Calciumcarbonat als Füllstoff lässt sich Aluminiumhydroxid problemlos in weichgemachtes PVC einarbeiten. Es gibt zwei Möglichkeiten, hohe Flammschutzstandards zu erreichen: Zum einen durch die Kombination von Aluminiumhydroxid mit Phosphorcarboxyester als Weichmacher, zum anderen durch die Kombination von Aluminiumhydroxid mit Zinkborat, die bereits in PVC-Drähten und -Kabeln Anwendung findet. Die Zugabe von Aluminiumhydroxid zu hartem Polyvinylchlorid dient hauptsächlich der Rauchunterdrückung.
6. Polyethylen, Polystyrol, ABS und andere thermoplastische Anwendungen
Aluminiumhydroxid wurde in flammhemmenden, dekorativen Calcium-Kunststoffplatten eingesetzt und erzielte gute Ergebnisse. Bei diesen Thermoplasten muss der Anteil an Aluminiumhydroxid jedoch über 60 % liegen, um einen gewissen Flammschutz zu erreichen. Dabei wird die Schlagfestigkeit des Kunststoffs jedoch stark beeinträchtigt. Daher ist die Anwendung von Aluminiumhydroxid in diesen Thermoplasten weiterhin Gegenstand der Forschung.
7. Anwendung von synthetischem Kautschuk
Styrol-Butadien-Kautschuk (Stharnstoff) und Neopren werden in Kombination mit Aluminiumhydroxid zu Flammschutzmitteln verarbeitet. Eine Beispielrezeptur für flammhemmende Kabelummantelungen ist: Neopren (100 %), Tonerde (70 %), Calciumcarbonat (30 %), Aluminiumhydroxid (100 %), Zinkborat (15 %), Antimon(III)-oxid (10 %), Zink(III)-oxid (5 %), Magnesiumoxid (4 %), Melaminharnstoffsäureester (5 %), Natrium (220,5 %) und Stearinsäure (2 %). Der Sauerstoffindex des Produkts beträgt bis zu 50.
Veröffentlichungsdatum: 03.04.2020